Die Strategische Partnerschaft zwischen EU und NATO ist Grundlage für unsere gemeinsame Sicherheit. Die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der EU soll die NATO nicht ersetzen, sondern ergänzen und gleichzeitig den europäischen Pfeiler der NATO stärken. EU und NATO haben wiederholt deutlich gemacht, dass vor allem diejenigen Mitgliedstaaten, die beiden Organisationen angehören, aus politischen und finanziellen Gründen auf eine enge Abstimmung der Streitkräfte- und Fähigkeitenentwicklungen achten werden. Seit 2003 ist diese strategische Partnerschaft durch die sogenannte „Berlin-Plus-Vereinbarung“ (der Begriff geht auf ein 1996 in Berlin durchgeführtes Treffen des NATO-Rats zurück) untermauert. Sie ermöglicht der EU, bei der Durchführung von militärischen Operationen, wenn nötig, Rückgriff auf NATO-Mittel und -Fähigkeiten zu nehmen.

Der Europäische Rat in Brüssel im Dezember 2003 einigte sich auf das von Deutschland gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien entwickelte und von der italienischen Präsidentschaft eingeführte Papier "Europäische Verteidigung: NATO/EU Konsultationen, Planung und Operationen". Im Dezember 2004 billigte der Europäische Rat detaillierte Vorschläge zur Umsetzung dieser Vorgaben.

Auf dieser Grundlage wurden die ständige Verbindung zwischen EU und NATO verbessert, indem die EU beim militärischen NATO-Hauptquartier SHAPE ein Verbindungselement eingerichtet hat, das als EU-Zelle bezeichnet wird und die NATO zum EU-Militärstab ein ständiges NATO-Verbindungsteam entsandt hat. Zudem finden auf Arbeitseben regelmäßig Gespräche zwischen der NATO und der EU statt („Staff-To-Staff-Talks“). 2014 ist eine gemeinsame Krisenmanagement-Übung von EU und NATO vorgesehen.

Seit dem Vertrag von Lissabon konnte die EU ihre eigenen Planungs- und Führungsfähigkeiten erheblich ausbauen. Mit der Schaffung des Europäischen Auswärtigen Dienstes 2012 hat sich die EU auch in diesem Bereich neue Strukturen gegeben. So verfügt sie inzwischen über einen eigenen Militärstab (EU Military Staff), die „EU-Battlegroups“ (eine schnelle Eingreiftrupp, die den „NATO-Reaction-Forces“ (NRF) ähnlich ist), eine „strategische“ Planungsfähigkeit (Crisis Management Planning Directorate, CMPD) und eine „operative“ Führungsfähigkeit für zivile Missionen (Civil Planning and Conduct Capability, CPPC). Die militärischen Operationen der EU werden von den fünf nationalen europäischen Hauptquartieren geführt (in DEU, FRA, GBR, ITA (zwei)). Für den Fall, dass kein nationales Hauptquartier verfügbar ist, steht seit 2007 das EU-Operationszentrum zur Aktivierung bereit. Nimmt die EU bei einer ihrer militärischen Operationen Rückgriff auf die NATO, wird diese automatisch vom NATO-Allied Command Operations in Mons geführt.

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